SZ-Kosmos | Jahresrückblick 2015
15744
page,page-id-15744,page-template,page-template-full_width,page-template-full_width-php,ajax_fade,page_not_loaded,,qode-title-hidden,qode-child-theme-ver-1.0.0,qode-theme-ver-9.2,wpb-js-composer js-comp-ver-4.11.2.1,vc_responsive

Themen des Jahres

jb_fl

Flüchtlinge

Hunderttausende Menschen machen sich auf Richtung Westen.

jb_vw

Dieselaffäre

„Made in Germany“ steht plötzlich nicht mehr für Qualität.

jb_pa

Tod in Paris

Islamistische Mörder suchen die Stadt heim.

jb_wm

DFB-Skandal

Ging es bei der Vergabe der WM 2006 mit rechten Dingen zu?

Digital lesen oder Heft bestellen

Für Tablet, Smartphone, PC  SZplus mini flach

Gedruckte Ausgabe

JRB_Cover_hoch

Den Jahresrückblick 2015 gibt es als gedrucktes Heft und als digitale Ausgabe in der Zeitungsapp für Smartphones und Tablets oder im BrowserIn der digitalen Version finden Sie zusätzliche Angebote, zum Beispiel Bilderstrecken, Videos und weitere Texte. Der digitale Rückblick wird gegen Ende des Jahres noch einmal aktualisiert.

kister

LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER,
wenn Sie sich später einmal an 2015 erinnern werden, werden viele von Ihnen wahrscheinlich sagen: Das war das Jahr, in dem die Flüchtlinge kamen. Ganz ähnlich haben sich viele der Alten an die Zeit nach 1945 erinnert, in der Deutschland in Trümmern lag, aber trotzdem Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten Aufnahme fanden. Damals waren es viele Millionen – aber sie waren,
anders als heute Hunderttausende Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak, Afghanistan – auch Deutsche. Dennoch stieß ihre Aufnahme vielerorts auf Abwehr, Angst, Ressentiments. Nur gab es noch kein Internet, in dem sich Hass und Vorurteile heute Kanäle suchen. Viele Bürger bemühten sich damals nach Kräften, den Menschen aus dem Osten zu helfen. Heute nennt man das Willkommenskultur, und dass es sie gibt, und zwar viel stärker als die Unkultur der Feindseligkeit, sagt etwas Gutes aus über unser Land.

Das Jahr war also dominiert von der Flüchtlingskrise. Und die Debatte wurde noch wesentlich schriller nach den Terroranschlägen von Paris im November. Die Diskussion über „den“ Islam flammte erneut auf. Etliche der üblichen Verdächtigen brachten die Attentate mit den Flüchtlingen in einen Zusammenhang. So etwas schürt Vorurteile, im schlimmsten Fall ist es verbale Zündelei. Aber es ist ohnehin schwierig, diese Diskussion vorurteilsfrei zu führen. All das macht es für Angela Merkel nicht leichter, bei ihrem Kurs in der Flüchtlingsfrage zu bleiben. Gegen Ende des Jahres war allerdings nicht zu erkennen, dass ihre Macht deshalb ernsthaft bröckeln würde.

Merkels grundsätzliche Popularität hat auch damit zu tun, dass Deutschland nach wie vor ein Land mit ordentlichem Wachstum und einer weiterhin sinkenden Arbeitslosenrate ist. Es geht uns relativ gut, auch wenn viele gerne so tun, als sei alles schlecht. Wenig Gutes widerfuhr tatsächlich der Autoindustrie. Nichts hat die Marke „Made in Germany“ je so nachhaltig beschädigt wie der Skandal um die manipulierten Abgaswerte bei Volkswagen. VW und der DFB nebst der Fifa sind die Skandalnudeln des Jahres 2015.

Natürlich gab es 2015 auch erfreulichere Dinge, den Jahrhundertsommer zum Beispiel. In diesem Magazin erinnern wir an das Jahr so, wie es für die Süddeutsche Zeitung typisch ist: mit Essays und Analysen, mit Porträts und Reportagen und auch mit vielen jener heiteren kleinen Formen, welche die SZ von jeher pflegt: Glossen, kleine Geschichten über Leute, Streiflichter.

 

Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre.

Kurt Kister, Chefredakteur

Ausgabe  für Tablet, Smartphone und PC   SZplus mini flach

Gedruckte Ausgabe